Ich-Zustands-Modell


Im Prinzip gibt es drei unterschiedliche Ich-Zustände:

Kind-Ich und Eltern-Ich entstehen in den ersten sieben Lebensjahren. Das Eltern-Ich entsteht aus den äußeren Einflüssen und das Kind-Ich aus den inneren Re-Aktionen und Gefühlen.

Das Erwachsenen-Ich ist dann das Resultat einer mehr oder weniger bewussten Entscheidung im Laufe des Lebens. Dieser Zustand entsteht, sobald eine Person ab zu gleichen anfängt zwischen dem, was im Eltern-Ich und im Kind-Ich abgespeichert ist.

Die 3 Ich-Zustände mit ihren zusätzlichen Unterteilungen sind:

·         Eltern-Ich
unterteilt sich in
- kritisches Eltern-Ich
- fürsorgliches Eltern-Ich

·         Kind-Ich
unterteilt sich in
- angepasstes Kind-Ich
- freies Kind-Ich

·         Erwachsenen-Ich

Vorab eine mögliche Zuordnung zu den Lebensskripten:

·         Ich bin nicht o.k. & du bist nicht o.k. (Kind-Ich)

·         Ich bin nicht o.k. & du bist o.k. (Kind-Ich)

·         Ich bin o.k. & du bist nicht o.k. (Eltern-Ich)

·         Ich bin o.k. & du bist o.k. (Erwachsenen-Ich)

Das Eltern-Ich sammelt die Erfahrungen, welche bis zum siebenten Lebensjahr von außen an das Kind herangetragen wurden. Im Eltern-Ich sind alle Gebote und Verbote, alle Regeln und Ermahnungen aufgezeichnet, die ein Kind von seinen Eltern zu hören bekommen hat und/oder von ihnen vorgelebt bekam.

In diesem Zusammenhang ist möglicherweise wichtig zu unterscheiden, dass wir hier von der Situation des Betroffenen ausgehen, also wie fühlt sich das Kind. Es hat absolut nichts damit zu tun, wie sich die Eltern tatsächlichen fühlen, sondern nur, wie das Kind die Position seiner Eltern wahr nimmt. Da das Kind „das Kleine“ ist und die Eltern „die Großen“ wird meist automatisch davon ausgegangen, dass die Eltern ok sind und man selbst, eben das Kind, eben nicht ok ist.

Parallel zu den Eindrücken des Eltern-Ichs von äußeren Ereignissen gibt es in den ersten Lebensjahren auch zahlreiche innere Ereignisse. Deren Sammlung wird als Kind(heits)-Ich bezeichnet. Sie umfasst die Reaktionen des kleinen Kindes auf das von außen Wahrgenommene. Da der kleine Mensch während seiner ersten Wochen und Monate, in denen die meisten neuen Informationen einströmen, noch über keinerlei sprachliche Mittel verfügt, bestehen die meisten dieser Reaktionen aus Gefühlen.

Das Erwachsenen-Ich schließlich wertet Informationen aus allen Ich-Zuständen aus und trifft auf dieser Grundlage Entscheidungen. Die wichtigste Aufgabe des Erwachsenen-Ich ist, zu Überprüfen, ob die Informationen, welche im Eltern-Ich gespeichert sind mit denen des Kind-Ich zusammen passen. Das Erwachsenen-Ich kontrolliert, ob die Informationen, die ihm von der Außenwelt gegeben wurden, auch mit dem übereinstimmen, was es selbst durch eigene aktiv gesammelte Erfahrungen herausgefunden hat.

Wie schon erwähnt, nimmt das Kind im Alter bis zu sieben Jahren Alles auf, auch alle Befehle und Verhaltensregeln: unhinterfragt. All diese Eindrücke werden als unzweifelhafte Wahrheit und Realität im Eltern-Ich aufgezeichnet und für alle Zeit ab gespeichert. Andererseits werden eben die eigenen Eindrücke im Kind-Ich deponiert.

Dies heißt jetzt nicht, dass sich ein Mensch, der sich bevorzugt im Eltern-Ich oder Kind-Ich bewegt, dies nicht ändern kann, sobald er sich dessen bewusst wird. Allerdings funktioniert dies erst, wenn sich dieser Mensch ins Erwachsenen-ich begibt und nicht, solange er im bevorzugten Ich-Zustand verharrt.


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