Landschaftspflege


Wir hatten uns schon etwas mit unseren Landkarten beschäftigt. Während wir die Landkarte bilden, laufen Transformations­prozesse ab. Wir verzerren, generalisieren und tilgen. Die Landkarte"ist also nicht mit der Landschaft zu verwechseln oder gleich zu setzen, sondern ein Modell der Landschaft, oder auch eben eine echte Landkarte.

Ich möchte an dieser Stelle an das Verhältnis unseres Bewusst-Seins zum Un-Bewussten erinnern, zum Beispiel an die „Eisbergtheorie“ Freuds:

Er ging davon aus, dass unser Bewusstsein ähnlich ist wie der sichtbare Teil eines Eisberges: ca. achtzig bis neunzig Prozent unserer Wahrnehmungen ist unbewusst.

Ein anderes Modell in bezug auf bewusste Wahrnehmung ist nachstehende Auflistung:

zur Verfügung stehende Informationen

20.000.000.000

von unseren Sinnesorganen aufnehmbar

12.000.000

Bewusstseins-Fenster

40

 

Wir erkennen hier sehr gut, dass es wichtig ist, worauf wir unser Bewusstsein lenken, bzw. welchen Kontext wir unseren Eindrücken geben. Anders gesagt, wie wir unsere Landkarte zeichnen, damit sich diese dann auch in unserem Bewusstsein manifestieren kann.

Durch unsere Landkarte überleben wir in einer Welt der dauernden Reizüberflutung. Wir können durch unsere Landkarte die Ereignisse wahrnehmen, die gerade wichtig sind für uns und unsere Entwicklung.

Wir können uns durch unser Wahrnehmungsfenster allerdings auch von dem ablenken, was möglicherweise für unsere Ent‑Wicklung wichtiger wäre, wir aber noch nicht bereit sind, hin zu schauen und es als wahr an zu erkennen.

Probieren Sie es einfach aus, indem sie bewusst einen Teil ihrer Landkarte ver‑ändern. Malen Sie eine neue Straße ein. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Dinge, die nicht üblich sind.

Sie können zum Beispiel einen Tag lang entscheiden, die Uhr auf der „anderen“ Hand zu tragen, oder die Haare neu zu frisieren, was auch immer, es genügen Kleinigkeiten.

Was immer sie in Ihrem Leben verändern, wie immer Sie Ihre Landkarte bewusst gestalten, desto mehr werden jene Ereignisse in Ihr Leben treten, welche dem entsprechen, was Sie für Sich als stimmig und gut erachten.

Mit der Sprache zeigen wir unsere Landkarte nach außen: sind unsere Erfahrungen reich detailliert und plastisch, so teilt sich das in einer entsprechenden Sprache mit; sind sie dagegen reduziert und verzerrt, so erscheint auch die Sprache eingeschränkt.

Fehlt es unserer Landkarte an Möglichkeiten, heißt das jedoch nicht unbedingt, dass es der Welt außen an Möglichkeiten fehlt. Es heißt nur, dass wir entweder (noch) nicht alles wahrnehmen, was für uns möglich und wichtig ist. Oder, dass wir unser Wahrnehmungsfenster auf einen Bereich lenken, der uns aber nicht weiter bringt.

Ich möchte nochmal kurz Huna, die Philisophie der hawaiianischen Kahunas, erwähnen. Das dritte Prinzip lautet

Energie folgt der Aufmerksamkeit

Und genau das sagt auch dieses unser jeweils aktuelles Bewusstseinsfenster aus. Darauf, worauf wir diese 40 Einheiten lenken, dahin wird auch unsere Wahrnehmung und unsere Lebensenergie fliessen. Und das wird sich auch in unserem Leben immer mehr und mehr manifestieren.

Dies geschieht in jeder Sekunde unseres Da‑Seins und kann dadurch auch jederzeit ver‑ändert werden, bewusst oder auch unbewusst. Wenn wir nicht darüber nachdenken (wollen), geschieht es weiterhin automatisch und unbewusst.

Sobald wir bereit sind, darüber nach zu denken, ob wir das, was wir denken auch wirklich manifestieren wollen, können wir in jedem Moment entscheiden, worauf wir ab sofort unsere Aufmerksamkeit lenken wollen.

Hier paßt auch gut die Legende dazu

das Unbewusste negiert Verneinungen

Ich schreibe bewusst Legende, weil ich bisher noch keine logisch nachvollziehbare Erklärung bekommen habe, warum es das tun sollte. Woher weiß das Unbewusste, dass es Verneinungen ignorieren soll?

Ich habe auch da meine eigene Theorie und sie ist ganz einfach nachvollziehbar auf Grund des vorgenannten Huna-Prinzipes. Wenn unsere Lebensenergie unserer Aufmerksamkeit folgt, wird es nachvollziehbar, warum Kopfschmerzen nicht verschwinden können, solange wir „keine Kopfschmerzen“ haben wollen:

Weil unsere Aufmerksamkeit eben auf den Kopfschmerzen liegt. Wenn wir uns allerdings überlegen, was wir gerne stattdessen wollen und bei der Formulierung auch noch das Wort „Kopfschmerzen“ vermeiden, werden wir andere Ergebnisse in unser Leben ziehen.

Unsere Landkarte entsteht, neben den Eindrücken aus den Repräsentationsprogrammen, Metaprogrammen und allen anderen Möglichkeiten, welche wir noch kennen lernen werden, durch drei universale Gestaltungsprozesse:

Verzerrung & Generalisierung & Tilgung.

Solange wir unsere Landkarte, die durch diese Gestaltungsprozesse entsteht, mit der Realität der Welt gleichsetzen, schränken wir uns ein und werden im Laufe unseres Lebens immer starrer und in unseren Erfahrungsmöglichkeiten immer enger.

Es sei denn, wir schaffen es und befreien uns aus den Beschränkungen unserer aktuellen, eventuell noch total unbewusst gezeichneten, Landkarte und gründen unser Verhalten wieder auf eine reichere und unbeschränktere Wahrnehmung.

Dazu ist es vorab mal wieder interessant, sich einige der Beschränkungen etwas detaillierter an zu schauen. Ich lade Sie dazu ein, das nachfolgende Kapitel durch zu lesen und es dann im praktischen und alltäglichen Leben zu überprüfen.

Sie erfahren etwas mehr über die einzelnen Möglichkeiten dieser Gestaltungsprozesse, jeweils einen Beispielsatz und mögliche Fragen, um eine weiterführende Diskussion ein zu leiten.

Es soll dies eine kompakte Zusammenfassung der Thematik sein, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Ich persönlich empfinde den Bereich Landschaftspflege und in Folge dann „Sprachmagie“ höchst interessant und konkret eben die Prozeße, welche ja großteils unbewusst ablaufen und durch kleine Ver‑Änderungen manchmal enorme Wirkung zeigen.

Alleine die Umstellung der Aussage von „Das muss man doch einfach so oder so machen.“ auf „Ich fände es produktiver, wenn ich von meinen Empfindungen in der Ich-Form schreibe.“ empfinde ich persönlich als tollen Fortschritt in Richtung einer effizienteren Kommunkation.

Verzerrung

Dies ist der erste große Bereich, welcher unseren Blick auf die eigentliche Landschaft blockiert und verfälscht:

Dies als kurze Zusammenfassung, wir werden uns nachstehend mit jeder dieser Verzerrungsmöglichkeiten noch etwas intensiver beschäftigen.

Generalisierung

Das sind immer Aussagen, wo wir von einem speziellen Fall auf andere Fälle schließen, wo wir ein prägendes Ereignis auf unser zukünftiges Verhalten umlegen.

Meiner Meinung nach entstehen so auch eventuelle Traumatas: Wir generalisieren ein Ereignis der Vergangenheit auf unser Verhalten im Hier und Jetzt. Es gibt zwei große Bereiche von Generalisierungen:

Und wir können durch ein entsprechend entgegen gesetztes Ereignis im Hier und Jetzt auch in dieser Hinsicht wieder diese Programmierung umkehren.

Tilgung

Bei den Tilgungen werden wichtige Teile von Aussagen einfach ignoriert und dadurch das eigentliche Thema getilgt, ausgeblendet.

Ein sehr häufiges Beispiel sind so Aussagen wie „ich kann das sowieso nicht“ Ok, wenn ich etwas probiere und es gelingt nicht, mag sein, aber wie oft kommen solche Aussagen, ohne dass es vorher versucht wurde? Wie oft sind das übernommene Glaubenssätze, die nie hinterfragt wurden?

Formen der Tilgung sind


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